Jahresrückblick 2025
- wiraustrianer
- 31. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

2025 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem wir am schnellsten lernen mussten, was es heißt, Entscheidungen zu treffen und für diese Entscheidungen auch in allen Lagen geradezustehen. Wir haben einen Weg mit der an uns selbst erwarteten Konsequenz eingeschlagen, den wir auch über das Jahr hinweg verfolgt haben. Wir haben Gruppenzugehörigkeiten überwunden, interne Debatten geführt und Überzeugungsarbeit geleistet. Es ist jedoch erst der Beginn eines langen Weges, der uns vom Startpunkt 2025 an begleiten wird.
Ausführlich haben wir in unserer Stellungnahme im Mai 2025 unsere eigenen Schlüsse aus der Abstiegssaison 2024/25 gezogen. Damit einhergehend haben wir für die neue Zweitligasaison auch eine Forderung postuliert, welche ein unmittelbares Handeln von Entscheidungsträgern einfordert, „jetzt“ einen „Mitgliederverein“ umzusetzen. Schon damals gab es interne Debatten über diese Forderung und ihren Wortlaut, vor allem im Zusammenhang mit der zeitlichen Unmittelbarkeit. Uns war bewusst, dass wir uns entgegen der Forderung keinen Mitgliederverein mit Željko Karajica wünschen. Wir wollten das Schlagwort aber auch nicht weglassen. Ganz im Gegenteil: Das Wort „Mitgliederverein“ ist im Zusammenhang mit unserer Austria ein Tabuwort. Ein Konzept, das es selten gab und letztlich in Klagenfurt nicht funktionieren würde, so zumindest die Kritik. Mit Blick auf die Fusion zum FCK und deren Absegnung durch die Mitglieder herrscht bei diesem Thema auch eine gewisse Skepsis bei vielen Austrianern, die sich lieber einen gut geführten Verein unter der Ägide eines potenten Wirtschaftstreibenden oder eines Zusammenschlusses von Unternehmern wünschen.
Beispiele wie der LASK oder Austria Wien zeigen jedoch, dass auch ein solches Konzept nicht für weniger Probleme sorgt oder im Falle des FAK gar in eine Fast-Insolvenz mündete. In Österreich gibt es kein Beispiel für einen funktionierenden Investorenverein oder ein nachhaltiges Mäzenenprojekt, das nicht irgendwann den Schritt ins Unterhaus oder in die Bedeutungslosigkeit antreten musste. Was jedoch funktioniert, sind gesunde Mitgliedervereine mit einer breiten Basis. SV Ried, Blau-Weiß Linz, Sturm, Rapid oder der GAK sind eben solche Beispiele funktionierender Vereine mit einer breiten Basis an Enthusiasten quer durch alle Bevölkerungsschichten, welche bereit sind, den Verein dann finanziell die Stange zu halten, wenn sportliche Fehlentscheidungen negative Konsequenzen nach sich ziehen.
Im Modell Karajica pumpt hingegen ein Vermögender Millionen Euro in einen Verein und hofft auf das Beste. Verständlicherweise fühlt sich in diesem Modell aber auch niemand bemüßigt, Eigeninitiative zu ergreifen. Im Laufe des Jahres 2025 fühlte sich dann überhaupt kaum jemand mehr dazu bereit, dieser GmbH auch nur einen müden Euro in den Rachen zu werfen. Daran ändern auch irgendwelche Anteilsmodelle nichts.
Viel entscheidender, und damit wären wir beim Lern- und Erkenntnisprozess der Kurve, ist hingegen das, was abseits der GmbH passiert. Das, was dort geschieht, wo die 1b und unser Frauenteam beheimatet sind. Dort, wo die U6 trainiert und das Special-Needs-Team angesiedelt ist. Trainer, Eltern, einfache Mitarbeiter sowie die Spielerinnen und Spieler selbst, von der U6 bis zur 1b und dem Frauenteam, investieren jede Woche Stunden in unseren Verein, teils seit Monaten ohne ausbezahlte Aufwandsentschädigungen. Sie alle sind die Basis unseres Vereins, und ihrem Tun und Handeln gebührt die gesamte Aufmerksamkeit sowie der gesamte Dank für das Durchhaltevermögen im Jahr 2025 und auch für das kommende Jahr 2026.
Um auf die einleitenden Worte dieses Rückblicks anzuknüpfen: Wir haben gelernt Werte als solche zu erkennen, die dem modernen Fußball abhandengekommen sind: die Basis eines jeden Vereins ist die damit verbundene Arbeit ihrer Mitglieder.
Alle gemeinsam nur für unsere Farben!

